Popstars, DSDS & Co: Was wurde eigentlich aus den Gewinnern?*

Casting-Shows sind aus dem deutschen Fernsehprogramm kaum noch wegzudenken. Spätestens seit der ersten Popstars-Staffel im Jahr 2000 wird die Suche nach neuen Stars am Musikhimmel regelmäßig zum Quotenschlager. Dennoch fallen diese Sternchen anschließend oft wieder schnell!

Popstars, DSDS & Co: Was wurde eigentlich aus den Gewinnern?*

Nur wenige von ihnen genießen bis heute deutschlandweite Bekanntheit und sind noch regelmäßig im TV zu sehen. Viele andere sind längst von der Bildfläche verschwunden und kaum jemand weiß so wirklich, was aus den Bands und Siegern der Shows eigentlich wurde. Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen…

1. No Angels
Die „No Angels“ waren die erste und erfolgreichste Band, welche aus der damals noch neuen Casting-Show „Popstars“ hervorging. Vor allem ihre erste Single lief in den deutschen Radios rauf und runter. Insgesamt kamen sie auf mehr als fünf Millionen Plattenverkäufe. Nach langem Hin und Her trennte sich die Band im Jahr 2011 aber endgültig – dennoch stehen einige der Mitglieder nach wie vor in der Öffentlichkeit.

Am häufigsten zu sehen ist Lucy Diakovska in zahlreichen verschiedenen Fernsehshows. Sie fungierte beispielsweise in der zehnten „Popstars“-Staffel als Jurorin, war in mehreren Shows von Stefan Raab mit dabei und veröffentlichte eine Solo-Single.

Vanessa Petruo wollte ebenfalls solo durchstarten, allerdings mit wenig Erfolg. Zu sehen war sie dafür in „Wo ist Fred?“ an der Seite von Til Schweiger sowie in weiteren kleinen Rollen als Schauspielerin. Mittlerweile ist sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik Dresden in der Kinder- und Jugendpsychiatrie tätig.

Sandy Mölling ist seither vor allem in der Musical-Branche aktiv und war beispielsweise Teil von „Paradise of Pain“. Weiterhin hatte sie mehrere Gastauftritte in Filmen, machte bei „Dance Dance Dance“ mit und war einige Zeit auf VIVA als Moderatorin aktiv.

Um Nadja Benaissa gab es einen heftigen HIV-Skandal, anschließend wurde es ruhig um sie. Jessica Wahls hat sich ebenfalls zurückgezogen und arbeitet in der Musikredaktion von „MDR Jump“.

2. Alexander Klaws
Nur zwei Jahre später startete die erste Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ und machte den „Popstars“ damit ernsthafte Konkurrenz. Gesucht wurden hier allerdings Solokünstler – und somit lautete der erste Gewinner: Alexander Klaws. Er war der Traum junger Mädchen und der perfekte Schwiegersohn. Kometenhaft stieg er auf, und zwar sprichwörtlich, denn im Jahr 2003 erhielt er den „Comet“ in der Kategorie „Bester Newcomer“. Insgesamt fünf Alben brachte er raus und zwei davon eroberten den ersten Platz der deutschen Charts. Nebenbei hat er sein Gesangs-, Tanz- und Schauspielstudium an der „Joop van den Ende Academy“ in Hamburg abgeschlossen und ein eigenes Buch geschrieben mit dem Titel „Ich bin’s – Alexander“. Bis heute ist er regelmäßig auf der Bühne präsent, beispielsweise bei „Let’s Dance“ oder als Musical- und Theaterdarsteller in Produktionen wie „Ghost – Nachricht von Sam“.

Popstars, DSDS & Co: Was wurde eigentlich aus den Gewinnern?*

3. Bro’Sis
Immerhin rund vier Jahre waren Bro’Sis als zweite Band von „Popstars“ erfolgreich, bevor sie sich offiziell trennten. Vor allem zwei Mitglieder machen dennoch bis heute Schlagzeilen: Ross Antony macht als echtes Mutlitalent von sich reden und war bei mehreren Musical-Produktionen dabei. Weiterhin ist er als Moderator tätig, hat sich als Solokünstler in der Schlagerbranche versucht und die RTL-Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ gewonnen.

Nach wie vor im Rampenlicht steht zudem Giovanni Zarella. Nach seiner Heirat mit Model Jana Ina hatten die beiden eine eigene Reality-Serie. Seitdem sind sie Gast in zahlreichen Fernsehshows, darunter einige von Stefan Raab, und auch der Musik hat er noch nicht endgültig den Rücken gekehrt. Stattdessen ist er regelmäßig mit der Band „Vintage Vegas“ auf der Bühne zu sehen.

Verena Weiß, bei Bro’Sis bekannt als Indira, versuchte sich eher erfolglos in der Schauspielerei, war ebenfalls im „Dschungel-Camp“ und später auch im „Playboy“ zu sehen. Hila Bronstein ist seither als Songwriterin tätig, Shaham Joyce arbeitet als Barkeeper und hat nebenbei eine Band namens „Empire Statement“ und Faiz unterstützte als Background-Sänger Moses Pelham bei seiner Tour.

4. X-Factor
Während sich bei „Popstars“ und „DSDS“ eine Staffel an die nächste reiht, brachte die Show „X-Factor“ nur drei Sieger hervor. Nach dem Start im Jahr 2010 wurde sie 2012 wieder eingestellt – allerdings gab es im Jahr 2018 eine Neuauflage im Pay-TV. Bleibt die Frage: Was wurde aus den damaligen Gewinnern der „klassischen“ Auflage?

Die erste Staffel entschied Edita Abdieski für sich und legte erst einmal eine steile Karriere hin. Sie stand sogar neben Ricky Martin auf der Bühne und begeisterte bei ihren Auftritten Millionen von Fans. Plötzlich bekam sie eine Hirnblutung, musste viermal operiert und ins künstliche Koma versetzt werden. Ein Schicksalsschlag, welcher sie lange Zeit aus der Bahn warf – sogar das Gehen musste sie neu lernen. Umso erfreulicher war ihr Comeback im Jahr 2017 mit einem neuen Album „On & On“.

Im Folgejahr war es David Pfeffer, welcher die Herzen des Publikums erobern konnte. Er ist bis heute hauptberuflich als Solo-Künstler tätig und hat seinem früheren Job als Polizist den Rücken gekehrt. Er hat mittlerweile drei Alben rausgebracht, das letzte im Jahr 2017, und kann angeblich von der Musik leben.

Unter dem Namen „Mrs. Greenbird“ haben Sarah Nücken und Steffen Brückner die dritte Staffel von „X-Factor“ gewonnen. Sie sind nach wie vor ein Paar und spielen international auf großen Bühnen. Ihr drittes Album kam ebenfalls im Jahr 2017 raus.

5. Overground
Die dritte Staffel von „Popstars“ brachte gleich zwei Bands hervor, wobei „Overground“ als Gewinner-Band galt. Die Mitglieder haben sich zwar nie offiziell getrennt, sind jedoch seit 2005 inaktiv. Seither sind sie von der Bildfläche verschwunden. Akay startete eine wenig erfolgreiche Solo-Karriere und arbeitete zeitweise als Eventmanager. Meiko ist bei einer Musikagentur als Produktmanager tätig, von den anderen beiden Mitgliedern ist nichts bekannt.  

Die „Preluders“ als zweite Band waren ebenfalls nicht allzu erfolgreich und trennten sich im Jahr 2006. Miriam war anschließend in der albanischen Ausgabe von „The Voice“ als Jurorin zu sehen. Tertia steht nach wie vor auf der Bühne, und zwar für das Musical „Dirty Dancing“. Anne ist mit ihrer eigenen Band „Milk & Honey“ unterwegs, verzeichnet aber nur mittelmäßige Erfolge. Sie ist mittlerweile mit Meiko von „Overground“ verheiratet. Was Anh-Thu heute macht, scheint hingegen niemand so richtig zu wissen.

6. Andreas Kümmert
Er war der wohl ungewöhnlichste Sieger einer Casting-Show. Im Jahr 2013 entschied der Außenseiter Andreas Kümmert die dritte Staffel von „The Voice of Germany“ mit seiner einmaligen Stimme für sich. Sein Coach Max Herre übernahm anschließend auch die Produktion seiner Single, welche den zweiten Platz der Charts erringen konnte. Es folgte sein Album mit dem Titel „Here I Am“, ebenfalls unter der Produktion von Max Herre. Dieses konnte sogar die beste aller Charts-Platzierungen der Sieger*innen von der „The Voice of Germany“ erreichen: Platz drei. Bis heute ist Andreas Kümmert als Musiker auf den Bühnen zu sehen und hat sich im Jahr 2015 sogar mit einem eigenen Song für den „Eurovision Song Contest“ qualifiziert. Allerdings hat er sich dann umentschieden und ist somit nicht angetreten. Seitdem ist es in der Öffentlichkeit eher ruhig um ihn geworden…

7. Monrose

Popstars, DSDS & Co: Was wurde eigentlich aus den Gewinnern?*

Nach mehreren eher enttäuschenden Karrieren anderer Gewinner-Bands von „Popstars“ starteten Monrose nach ihrem Sieg im Jahr 2006 kometenhaft durch. Sie verkauften mehr als 1,3 Millionen Platten und hatten mehrere Nummer-eins-Hits. Dennoch folgte im Jahr 2010 das Aus für die Band – nicht jedoch für die Karrieren der Mitgliederinnen:

Mandy Capristo brachte ein erfolgreiches Soloalbum namens „Grace“ heraus, war als Jurorin in „Deutschland sucht den Superstar“ zu sehen und machte durch ihre Beziehung zum Fußballer Mesut Özil Schlagzeilen.

Senna Gammour war zeitweise als Moderatorin sowie YouTuberin tätig. Mittlerweile steht sie wieder erfolgreich auf der Bühne – allerdings als Stand-Up-Comedian. Weiterhin ist sie regelmäßig Gast in diversen TV-Shows wie zum Beispiel „Grill den Henssler“.

Bahar Kizil wollte hingegen der Musik treu bleiben und versuchte sich ohne Erfolg solo. Auch in der Vorausscheidung für den „Eurovision Song Contest“ im Jahr 2015 konnte sie nicht überzeugen. Erfolglos blieb auch die Band „Bisou“, welche als Nebenprodukt derselben „Popstars“-Staffel entstand.

*Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit der externen Autorin Kathrin Unger (26). Kathrin Unger ist mit Casting-Shows und den daraus entstandenen Stars aufgewachsen.