Deutsche Filme und Serien auf Netflix, Prime und Co., die für Aufsehen sorgen

Von wegen, in Deutschland gibt es keine guten TV-Produktionen: Diese deutschen Serien und Filme sorgen aktuell für reichlich Gesprächsstoff.

Viele deutsche Produktionen wie „Drive – The Pretenders“ starten auf Netflix, Prime Video und Co. durch.
Quelle: Nicola Rehbein / Prime

Wer behauptet, deutsches Fernsehen sei langweilig, wird aktuell eines Besseren belehrt. Ob TV-Krimis, Komödien oder Liebesfilme: Viele heimische Produktionen sichern sich gerade die vorderen Plätze in den Charts und sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Wir zeigen euch deutsche Filme und Serien auf Netflix, Prime Video und Co., die ihr aktuell auf dem Schirm haben solltet.

#1 „Stralsund“

Die ZDF-Reihe „Stralsund“ verliert den Hauptcharakter auf tragische Weise.
Quelle: ZDF / Sandra Hoever

Seit 2009 läuft die ZDF-Krimireihe „Stralsund“ im Samstagabendprogramm und bringt es seit der Auftaktfolge „Mörderische Verfolgung“ mittlerweile auf über 25 Episoden in Spielfilmlänge. Im Zentrum steht ein wechselndes Ermittlerteam, das in der Hansestadt und an der Ostsee in oft psychologisch aufgeladenen Schwerverbrechen ermittelt und dabei immer wieder von eigenen Traumata eingeholt wird. 

Ende Oktober 2026 zeigte der Sender „Stralsund – Dunkle Tiefen“ – und damit den letzten Auftritt von Alexander Held als Kriminalhauptkommissar Karl Hidde. Der Schauspieler starb am 12. Mai 2026 im Alter von 67 Jahren nach kurzer Krankheit. Seine Abschiedsszenen hatte er bereits im März und April 2025 gedreht. Held hatte den Ausstieg selbst gewählt, um sein Arbeitspensum zu reduzieren. Dass seine Abschiedsworte als Karl Hidde einmal so viel Gewicht tragen würden, war damals nicht absehbar. Im Film sagt der Ermittler zu seiner Ex-Frau Vera Hidde: „Ich denke, es ist an der Zeit für ein neues Kapitel.“ Dann fügt er hinzu: „Wer weiß, wie viele noch kommen.“ – Sätze, die Fans der Reihe besonders berühren dürften. Produzent Sven Burgemeister, mit dem Held mehr als 30 Filme realisierte, erklärte nach dem Tod des Schauspielers: „Als Freund und Produzent war Alexander Held ein Geschenk: ein Mensch, ein Gentleman, ein Herr mit Feinsinn, Witz und großer Zuwendung.“

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#2 „Das Geschenk“

Die Komödie „Das Geschenk“ erobert Netflix trotz der schlechten Kritiken.
Quelle: Anika Molnar / Netflix

Anfang November 2026 kletterte die deutsche Komödie „Das Geschenk“ in den Netflix-Charts auf Platz 1 – trotz durchwachsener Bewertungen.

Regisseurin Vanessa Jopp, bekannt für „Gut gegen Nordwind“, schickt die alleinerziehende Mutter Marlene (Jeanne Goursaud) in die Landhausvilla ihres wohlhabenden Bruders Timo (Edin Hasanovic), um dort den perfekten Kindergeburtstag für Sohn Theo zu veranstalten. Als ein umstrittenes Geschenk des Onkels und der sture Vater Hans (Heiner Lauterbach) die Feier übernehmen, eskaliert alles ins Chaos.

Bei der Moviepilot-Community kommt der Film schlecht weg: Ein User schreibt: „Wir fanden den Film so langweilig, dass wir ihn nicht fertig angeschaut haben. Gelacht haben wir auch ein Mal, aber nicht über den Film, sondern über einen Witz meines Mannes.“ Ein anderer Zuschauer wird noch radikaler: „Ein Grund mehr, kein Netflix-Abo abzuschließen.“

Ähnlich urteilt das Branchenportal Quotenmeter: „[...] im Jahr 2026 wirken die Scherze schon altbacken und durch andere Filme und Serien längst durchgenudelt. [...] Das ist ein netter Film für einen verregneten Samstagnachmittag, aber kein Spielfilm, für den eine Familie teure Kinotickets bezahlen würde.“

#3 „Drive – The Pretenders“

„Drive – The Pretenders“ ist trotz gemischter Kritiken auf Platz 1 der Streamingcharts gesprungen.
Quelle: Nicola Rehbein / Prime

Binnen eines Tages ist die deutsche Amazon-Originalproduktion „Drive – The Pretenders" in den Streaming-Charts an die Spitze geklettert. Anfang November 2026 führt der Liebesfilm die Top-10 der beliebtesten Filme bei Amazon Prime in Deutschland an. Die Geschichte dreht sich um die junge Automechanikerin Sarah Jenkins (Lisa-Marie Koroll), die davon träumt, selbst am Steuer zu sitzen. Als Racing-Star Dante Annuziata (Amin Baahmed) sein Image retten muss, braucht er dringend Sarahs Hilfe – mit einem Haken: Sie soll seine Verlobte spielen. Widerwillig lässt sie sich darauf ein, obwohl sie ihn nicht ausstehen kann. Den Rest kann man sich denken.

Der Film basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von Tamara Lush und dürfte vor allem Fans von „Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“ ansprechen. Wer die dritte und letzte Staffel des Amazon-Hits kaum erwarten kann – sie startet am 9. Dezember 2026 –, findet hier einen passenden Lückenfüller mit Fortsetzungspotenzial.

Das Urteil der Zuschauenden fällt gemischt aus. Vor allem die Funken zwischen den beiden Schauspieler*innen wollen laut den Kritiken auf Rotten Tomatoes nicht überspringen: „Die Geschichte ist interessant, aber die Regie und die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern wirken schwach, da wäre viel mehr drin gewesen“, schreibt ein User. Es gibt aber auch positive Stimmen: „Sehr sehenswert. Ist es klischeehaft? Sicher. Ist es kitschig? Nein. Mir hat es sogar besser gefallen als ‚Love Hypothesis‘“, findet ein anderer Zuschauer.

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#4 „Friesenjunkies“

„Friesenjunkies“ ist von den Machern von „Die Discounter“.
Quelle: ARD Degeto Film/hr/Radio Bremen/Kleine Brüder GmbH/Ostkreuz/David Luther

Ab dem 6. November 2026 steht die neue Dramedy-Serie „Die Friesenjunkies" in der ARD-Mediathek bereit. Am 13. und 14. November zeigt Das Erste alle acht Folgen.

Hinter der Serie stecken die 27-jährigen Zwillingsbrüder Emil und Oskar Belton, bekannt aus „Die Discounter“ – der Prime-Video-Hitserie, die 2024 den Deutschen Fernsehpreis als beste Comedy-Serie gewann. Diesmal verlegen sie den Schauplatz in eine fiktive Entzugsklinik auf Sylt namens „Isebek“. Hauptfigur Falko (Shadi Eck) will dort sein Cannabisproblem loswerden – und trifft auf ein hochkarätiges Ensemble aus Martin Brambach, Nicole Heesters, Peter Kurth, Sylvie Meis und Pheline Roggan.

Das Grundprinzip: Sucht als großer Gleichmacher. „Sucht kennt keine Altersunterschiede oder Klassen. In der Klinik kommen alle zusammen. Und jeder kennt jemanden, der süchtig ist, egal ob jemand auf der Straße lebt oder ob jemand in einer riesigen Villa lebt“, sagt Oskar Belton, wie die Zeit zitiert. Die Serie sei melancholischer als „Die Discounter": „Es geht auf und ab. Und es ist auch eine Serie über Scheitern und über Hoffnung.“ 

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