Was wurde eigentlich aus den Maklern von „mieten, kaufen, wohnen“?
Die Makler-Show „mieten, kaufen, wohnen“ begeisterte Jahrelang. Doch was wurde aus den Maklerinnen und Maklern und was war echt und was fake?
Acht Jahre lang bot der Sender VOX die Gelegenheit, in fremde Wohnzimmer zu spähen: Von 2008 bis 2016 lief die Sendung „mieten, kaufen, wohnen“ und machte manche Immobilienmakler zu Stars. Wir fragen uns: Was ist aus Alexander Posth, Annina Ucatis, Robert Neubauer & Co. geworden? Einige haben eine beachtliche Karriere im Showbiz hingelegt, andere sind noch im Makler*innenjob oder in einem ganz anderen. Außerdem schauen wir hinter die Kulissen der Sendung – was war Fake, was war echt? Öffnen wir die Wohnungstür zu einer kleinen Zeitreise.
#1 Hanka Rackwitz
Die Leipziger Maklerin war von 2010-2016 Teil von „mieten, kaufen, wohnen“. Da war sie längst kein neues Gesicht im Reality-TV mehr: Sie nahm bereits im Jahr 2000 an der zweiten Staffel von „Big Brother“ teil und erlangte dort aufgrund ihres Temperaments und ihrer direkten Art den unschönen Beinamen „Hexe Hanka“. Die heute 57-jährige gebürtige Merseburgerin nahm später an weiteren Formaten teil, von „Promi Shopping Queen“ bis zum RTL-Dschungelcamp 2017, wo sie den zweiten Platz belegte. Zuletzt sah man sie 2025 im „Sommerhaus der Stars“. 2016 ging Hanka Rackwitz mit ihrem Buch „Ich tick’ nicht richtig“ über ihre Zwangs- und Angststörungen an die Öffentlichkeit.
#2 Robert Neubauer
Der Potsdamer Makler gehörte ab 2010 zu den Aushängeschildern von „mieten, kaufen, wohnen“. Mit seiner Mischung aus öligem Charme und brandenburgischer Bodenständigkeit kümmerte er sich vor allem um Luxusimmobilien in und um Berlin. Der heute 53-Jährige ist nach wie vor in Potsdam als Makler tätig, allerdings unter dem Namen Peyton Robert Neubauer. Nicht nur seinem Namen, sondern auch seinem Look hat er einen neuen Anstrich verpasst, wie du gleich sehen wirst.
Robert Neubauer heute
Peyton Robert Neubauer hat sich neu definiert – mit einem neuen Namen und einem gewaltigen Rauschebart. Vor seiner Immobilienkarriere hat er übrigens Koch gelernt, der berufliche Umstieg erfolgte 1999. Hättest du ihn erkannt?
#3 Annina Ucatis
Sie war sicherlich die auffälligste Erscheinung in der Maklerriege der Sendung – und die mit der wendungsreichsten Karriere. 1975 in Bremerhaven geboren, absolvierte sie nach einem abgebrochenen Studium die Ausbildung zur Immobilienkauffrau, bevor sie ab 1998 im TV bekannt wurde, hauptsächlich mit erotischen Inhalten. Mit der ersten Brustvergrößerung kam auch die Karriere als Pornostar hinzu. Annina war außerdem selbst ernanntes „Promiluder“, Partysängerin und wurde unter die Top 10 der „peinlichsten Möchtegernpromis Deutschlands“ gewählt. 2011 holte sie VOX dann zu „mieten, kaufen, wohnen“ und somit in ihren ursprünglichen Beruf zurück.
Zwei Jahre später heiratete sie den Immobilienmogul Theodor Semmelhaack und arbeitete künftig in der Geschäftsführung seines Unternehmens. Die Scheidung und eine zweite Ehe folgten. Und 2023 wurde Annina Semmelhaack, wie sie nach wie vor heißt, als FDP-Mitglied in den Stadtrat der Schleswig-Holsteinischen Stadt Elmshorn gewählt, den sie etwa anderthalb Jahre später wieder verließ.
#4 Alexander Posth
Immer einen Spruch auf Lager, dazu elegant und ein wenig posh – so führte Alexander Posth von 2008 bis 2015 Mitinteressent*innen durch Berliner Wohnungen. Abseits der Show wurde der in Bonn und Moskau aufgewachsene Maklerprofi bald ein Liebling der Klatschpresse. Unvergessen ist der stolz präsentierte Body seines Säuglings, weil darauf statt „Fashion Baby“ das einzigartige aber falsche „Fason Baby“ aufgedruckt war. 2016 nahmen er und seine Frau Anastasia an der ersten Staffel von „Das Sommerhaus der Stars“ teil und belegten den fünften Platz. Dann zog sich der heute 48-Jährige mit seiner Familie aus der Öffentlichkeit zurück und besann sich auf seinen Beruf. Er lebt heute in Miami im US-Bundesstaat Florida und ist dort mitverantwortlich für große Bauprojekte.
#5 Claudia Gülzow
Die Frisur ist das Markenzeichen und Claudia Gülzow ist ihr treu geblieben. Die Auftritte der Hamburger Maklerin waren immer schrill und das vermittelt sie bis heute. Abgesehen von einem Auftritt beim perfekten Promi-Dinner hat sie aber, anders als einige Kolleg*innen von „mieten, kaufen, wohnen“, Auftritte im Reality-TV gemieden. 2009 hat Claudia Gülzow einen biografischen Roman geschrieben. 2018 gab sie eine Krebserkrankung der Mundhöhle bekannt, die aber offenbar geheilt werden konnte.
Noch heute vermittelt Claudia Gülzow, die mit ihren Kindern in einer WG lebt, in Hamburg Luxusimmobilien und bietet auf ihrer Webseite zusätzlich Duftkerzen und Geschenkideen an.
#6 Marcel Remus
Wer hat ein eigenes Luxus-Unternehmen, die Stars auf seinen Partys, Interior-Kollektionen, ist Dressurreiter, Autor und Herausgeber eines Hochglanzmagazins? Ja, das ist Marcel Remus.
Der gebürtige Westfale wurde bei „mieten, kaufen, wohnen“ als der Makler der Außenstelle Mallorca bekannt. Seit 2009 hat Remus dort eine eigene, auf Luxusimmobilien im Millionenbereich spezialisierte, Firma. Und er hat seinen Namen zur Marke gemacht. Nicht nur sein Lifestyle-Magazin heißt so wie er, auch die von Prominenz besuchte „Remus Lifestyle Night“ kommt ganz nach ihm. Der gelernte Fremdsprachenkorrespondent festigte seinen Ruhm durch weitere Reality-Formate wie „Goodbye Deutschland“ oder „Ninja Warrior“ und war häufig der Wissensendung „Abenteuer Leben“ zu sehen. Achso, Bücher über sein Erfolgsgeheimnis hat der 39-Jährige natürlich auch geschrieben.
#7 Nina Ensmann
In den letzten zwei Jahren der Maklersoap gehörte die Münsterländerin Nina Ensmann zum Ensemble der Show. Für sie war es der Start in eine überaus erfolgreiche TV-Karriere, im Gegensatz zu den Kolleg*innen, allerdings abseits weiterer Reality-Formate! Schon vor ihrer IHK-Ausbildung zur Immobilienmaklerin nahm Nina Ensmann Schauspielunterricht und arbeitete als Model. Nach dem Ende von „mieten, kaufen, wohnen“ startete sie als Schauspielerin durch. Zuerst in der Sketch-Comedy „Knallerkerle“ und seit 2022 in der Dauer-Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. 2024 bekam sie einen Sohn.
Lesetipp: So sehr haben sich die Darsteller*innen von GZSZ nach ihrem Ausstieg verändert.
#8 Und sonst?
Es gab noch zahlreiche weitere Makler*innen in der Sendung, von denen die meisten wohl noch heute ihrem eigentlichen Beruf nachgehen, bloß ohne Kamerabegleitung. Das sind Namen wie Marco von Reeken und Oliver Mösch (beide auf dem Bild), Sandra Owoc, Ghanem Ghezal oder Sabine Hering. Von Immobilienmakler Thorsten Schlösser aus Mühlheim an der Ruhr musste sich die Welt schon verabschieden, als die Sendung noch lief. Der Familienvater verstarb am 5. Juli 2012 mit nur 41 Jahren.
All diese Protagonist*innen waren und sind authentisch und vom Fach. Doch was ist mit den Wohnungen und den Wohnungssuchenden – alles echt oder nur Show? Dem gehen wir jetzt nach.
„Mieten, kaufen, wohnen“ – echt oder fake?
„Die Geschichten unserer Makler sind teilweise frei nacherzählt“, hieß es im Abspann der Sendung. Aber was bedeutet das? Die Makler*innen waren echt und auch in ihrem Beruf tätig, das wissen wir bereits. Einer von ihnen, Stephan Franzen aus Trier (siehe Foto), erzählt in einem Interview: „Meine Immobilien waren alles richtige Wohnungen, die ich auch außerhalb des Fernsehens angeboten habe.“ Damals hörte man aber auch von Menschen, denen ein Obolus geboten wurde, um ihre Wohnungen als Drehort zu verwenden. Es gab also eine Mischung aus echten Angeboten und angemieteten Locations für die „freie Nacherzählung“.
Ähnlich war es auch bei den Wohnungssuchenden. Der Focus berichtet von einem Kleindarsteller, der sich mit seiner eigenen Suche beworben hat, letztendlich aber für eine gescriptete Version gebucht wurde: „Eines Tages habe ich jedoch einen spontanen Anruf bekommen, da wohl ein Protagonist ausgefallen ist. Dann haben sie aus meiner Suche spontan eine Geschichte gestrickt.“ Dafür gab es eine Tagesgage von 150 Euro. Laut Sendersprecher gab es in solchen Fällen ein paar grobe Notizen zur Geschichte, der Rest wurde auf dieser Basis improvisiert. Der Input stammte aus den Erfahrungen der Makler*innen, was den Begriff „frei nacherzählt“ ausreichend rechtfertigen sollte.
So oder so war der Einblick in fremde Zimmer und Wohnungsausstattungen all die Jahre spannend.