Eurovision Song Contest 2026: Start, Moderatoren und Kandidaten im Überblick
Wien lädt zum Jubiläums-Spektakel! Der 70. Eurovision Song Contest findet vom 12. bis 16. Mai 2026 in der legendären Wiener Stadthalle statt.
Der Eurovision Song Contest 2026 verspricht auch in diesem Jahr wieder ein spektakuläres Musikereignis mit Millionen von Zuschauer*innen weltweit zu werden. Wann der Wettbewerb startet, wer als Moderator*innen durch die Shows führt und welche Kandidat*innen um den Sieg kämpfen, erfährst du hier.
ESC 2026 in Wien: Termin, Budget und neue Regeln
Der 70. Eurovision Song Contest wird vom 12. bis 16. Mai 2026 unter dem Motto „United by Music“ in der Wiener Stadthalle stattfinden. Möglich macht das der Sieg von JJ mit dem Song „Wasted Love“ beim Eurovision Song Contest 2025. Für Wien ist es nach 1967 und 2015 die dritte Austragung des Wettbewerbs.
Die Stadt plant für den ESC 2026 ein Budget von maximal 22,6 Millionen Euro, rund 5,6 Millionen Euro mehr als bei der letzten Ausrichtung 2015.
Auch bei den Abstimmungsregeln gibt es Änderungen: Erstmals seit 2022 stimmen die Jurys wieder in den Halbfinalen mit ab. Zudem steigt die Zahl der Juror*innen pro Land von fünf auf sieben. Zwei Mitglieder*innen müssen zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Die möglichen Berufsgruppen werden erweitert und künftig können auch Musikjournalist*innen, -kritiker*innen, -lehrer*innen oder Choreograf*innen Teil der Jury sein.
Zuschauer*innen dürfen statt bisher 20 nur noch maximal 10 Stimmen abgeben. Außerdem führt die EBU ein neues Sicherheitssystem ein, das gezieltes oder auffälliges Abstimmungsverhalten erkennen und verhindern soll.
Victoria Swarovski und Michael Ostrowski moderieren den ESC 2026
Victoria Swarovski und Michael Ostrowski führen durch den Eurovision Song Contest 2026 in der Wiener Stadthalle. Damit endete Anfang 2026 die monatelange Spekulation um das Moderationsduo. Sie treten die Nachfolge von Hazel Brugger, Sandra Studer und Michelle Hunziker an, die zuletzt durch die Liveshows in Basel führten.
Swarovski ist vielen als Sängerin, Model und TV-Moderatorin bekannt. Sie stand bereits für Formate wie „Let’s Dance“ und „Das Supertalent“ vor der Kamera und bringt viel Live-Erfahrung mit. Ostrowski ist seit Jahrzehnten als Schauspieler, Autor und Moderator aktiv. Er moderiert unter anderem den FM4-Protestsongcontest und wurde für seine Arbeit bereits mit einer Romy ausgezeichnet.
Rekordtief beim ESC 2026: Nur 35 Länder dabei
Beim Eurovision Song Contest 2026 werden dieses Jahr nur 35 Länder teilnehmen – so wenige wie seit Einführung der Halbfinale 2004 nicht mehr. Grund für das Rekordtief sind vor allem die Rückzüge mehrerer Länder wegen der Teilnahme Israels: Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien nehmen deswegen dieses Jahr nicht am Wettbewerb teil.
- Irland verzichtet erstmals seit 2002 auf Teilnahme und Ausstrahlung.
- Island zieht sich zum ersten Mal freiwillig zurück, will den ESC aber übertragen.
- Die Niederlande sind erstmals seit 2002 nicht dabei, die Sendung wird aber von NOS und NTR gezeigt.
- Slowenien verzichtet erstmals seit 2000 auf Teilnahme, eine Ausstrahlung ist nicht vorgesehen.
- Spanien bleibt erstmals seit 1961 fern und strahlt den ESC nicht aus.
Gleichzeitig kehren Bulgarien (seit 2022 pausiert), Rumänien (seit 2023) und Moldau (seit 2024) wieder zurück. Da Spanien als Big-Five-Mitglied fehlt, treten im Finale nur 25 Länder an – ein seltener Ausnahmefall.
Cosmó singt für Österreich
In Wien fiel die erste Entscheidung für den Eurovision Song Contest 2026: Der 19-jährige Cosmó setzte sich in der ORF-Show „Vienna Calling“ gegen elf Konkurrent*innen durch und wird Österreich im großen Finale in der Wiener Stadthalle vertreten. Mit seiner Elektro-Tanznummer „Tanzschein“ vereinte Cosmó die Mehrheit der Stimmen von Publikum und Jury auf sich. Cosmó, geboren in Budapest mit ungarischer Mutter und deutschem Vater, nahm den Sieg sogar ein bisschen humorvoll: „Ich sehe es als zweiten Zivildienst. Der erste war bei der Caritas, dieser hier ist wohl noch krasser“, sagte er nach der Show im Interview. Den Song widmete er seiner Mutter und berichtete: „Wir haben schon in der Küche dazu getanzt.“
ESC-Vorentscheid 2026: Wer singt für Deutschland in Wien?
Wer Deutschland beim Eurovision Song Contest 2026 vertritt, wird beim ESC-Vorentscheid am 28. Februar in Berlin entschieden. Anders als 2025 gibt es 2026 nur eine einzige Live-Show, die um 20.15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird. Wer nicht live dabei sein kann, kann das Finale auch online in der ARD-Mediathek verfolgen. Moderatorinnen sind erneut Barbara Schöneberger und Hazel Brugger, die das Finale gemeinsam durch die Show führen und auch Carolin Kebekus soll mit dabei sein. Die neun Acts, die sich durch mehrere Songwriting-Camps und Vorausscheidungen gekämpft haben, treten live auf und präsentieren ihre ESC-Songs. Zunächst bewertet eine internationale Jury aus Expert*innen und aus 20 ESC-Ländern die Songs und kürt drei Favorit*innen. Danach entscheidet das Publikum per Voting, wer das Ticket nach Wien erhält. Einige bekannte Gesichter sind beim ESC-Vorentscheid bereits vertreten. Sarah Engels ist bereits eine fest etablierte Größe in der deutschen Musiklandschaft und hatte eine Nebenrolle beim „Traumschiff“ und war bei „Schlag den Star“ dabei. Malou Lovis war bereits Voract der Band Tokio Hotel.
Teilnehmer*innen und Songs im Finale:
- BELA – „Herz“
- Dreamboys The Band – „Jeanie“
- Laura Nahr – „Wonderland“
- Malou Lovis – „When I’m with you“ (bereits Voract bei Tokio Hotel)
- Molly Sue – „Optimist (Ha Ha Ha)“
- MYLE – „A OK“
- Ragazzki – „ciao ragazzki“
- Sarah Engels – „Fire“
- Wavvyboi – „black glitter“
Wie reagieren die ESC-Fans auf die Vorauswahl?
Deutschland ist beim ESC ein gebranntes Kind: Da das Image des ewigen Letztplatzierten tief sitzt, grenzen Top-10-Platzierungen für viele Fans bereits an ein Wunder. Entsprechend skeptisch fällt das Echo auf die diesjährige Vorauswahl aus. Während einige User*innen ihre Favorit*innen, wie Sarah Engels unterstützen, dominiert in den sozialen Netzwerken der Pessimismus. Kritiker*innen kommentieren etwa: „Kann schon nichts werden. ‚Baller‘ war einfach geiler als alle Songs zusammen und dennoch nicht ansatzweise in den Top 10“ oder fordern drastisch: „Können wir ESC nicht einfach lassen bitte“. Die Erwartungshaltung bleibt am Boden, wie Reaktionen wie „Germany zero points“ oder „Wird auch jedes Jahr schlimmer“ verdeutlichen.
Ragazzki-Star Marti Fischer über dunkle Zeiten
Gut gelaunt und immer für einen Scherz zu haben – so kennt man Marti Fischer, der mit Ragazzki beim ESC antreten will. Doch abseits der Bühne lief es bei ihm nicht immer rund.
In der zweiten Staffel der YouTube-Doku „Nach dem Applaus“ erzählte er, dass er vor rund acht Jahren in eine richtig schwere Phase geraten sei. „Ich hatte auf einmal kaum noch Geld, mein Konto wurde gepfändet“, erzählt Fischer. „Das war der Moment, vor dem ich mich immer gefürchtet habe.“ Es folgten weitere Pfändungen und Mahnungen, die er irgendwann nicht mehr öffnen konnte. In dieser Zeit suchte er kurzzeitig Trost im Alkohol. „Ich habe viel getrunken. Ich war wirklich Alkoholiker – jetzt bin ich trocken.“ Der Ausweg kam dann schließlich über seinen heutigen Manager, der ihm half, wieder Struktur in sein Leben zu bringen. „Er hat mir gezeigt, wie ich Ruhe reinbekomme und meine Kreativität nutzen kann. Musik und Quatsch sind das, was ich am besten kann.“