Diese Filmhelden waren eigentlich problematisch

Unsere Lieblingshelden waren nicht immer das, was sie zu sein schienen. Hinter dem Schein versteckten sich oft ziemlich problematische Eigenschaften.

Welche unserer Kindheitshelden sind eigentlich ziemlich problematisch?
Quelle: IMAGO / Capital Pictures

Viele von uns sind mit ihnen aufgewachsen und haben sie geliebt. Doch wer genauer hinschaut, erkennt: Hinter den heldenhaften Taten unserer liebsten Filmfiguren verstecken sich oft problematische Macken oder fragwürdige Verhaltensweisen. So manche Filmheld*innen sind gar nicht so vorbildlich, wie wir dachten. 

Allie aus „Wie ein einziger Tag“ ist eigentlich genauso problematisch, wie Noah.
Quelle: IMAGO / United Archives

#1 Allie: „Wie ein einziger Tag“ (2004)

Allie aus „Wie ein einziger Tag“ wird oft als die süße, verwöhnte Heldin einer großen Liebesgeschichte wahrgenommen, doch wenn man genauer hinschaut, ist sie alles andere als perfekt. In vielen Szenen zeigt sie ein toxisches Verhalten: Sie schreit Noah an, wirft ihm Vorwürfe an den Kopf und wird körperlich aggressiv, sie schlägt ihn sogar. In der ursprünglichen Erzählung wird das meist verharmlost oder romantisiert, und Noah wird als der leidende, geduldige Partner dargestellt, obwohl auch er definitiv problematisches und übergriffiges Verhalten an den Tag legt. Hätte er sich ähnlich wie sie verhalten, wäre das heute unmissverständlich als Missbrauch kritisiert worden. Die Filmwelt der 2000er feierte solche Dynamiken als dramatische Liebesleidenschaft, doch im modernen Kontext wirkt Allies Verhalten eher toxisch. Wer den Film heute schaut, erkennt schnell, dass „Wie ein einziger Tag“ nicht nur eine Lovestory erzählt, sondern auch Verhaltensweisen zeigt, die in der realen Welt absolut inakzeptabel wären. 

Das Verhalten von Mrs. Doubtfire würde heutzutage als Stalking betrachtet werden.
Quelle: IMAGO / Cinema Publishers Collection

#2 Mrs. Doubtfire: „Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen“ (1993)

Daniel Hillard, besser bekannt als Mrs. Doubtfire aus „Mrs. Doubtfire – Das stachelige Kindermädchen“, gilt vielen als witziger, liebenswerter Vater, der alles für seine Kinder tut. Doch wenn man den Film aus heutiger Perspektive betrachtet, wirkt seine Figur zunehmend problematisch. Hillard verkleidet sich nicht nur als ältere Nanny, um Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, sondern schleicht sich aktiv in das Leben seiner Ex-Frau und manipuliert ihre Familie, ohne deren Wissen: ein Verhalten, das man heute klar als Stalking bezeichnen würde. Das ständige Eindringen in Privatsphäre, die Täuschung und das Manipulieren der Kinder sind wohl eher verstörend. 

Tony Montana ist eigentlich gar nicht so bewundernswert, wie gedacht.
Quelle: IMAGO / Allstar

#3 Tony Montana: „Scarface“ (1983)

Tony Montana gilt vielen als ikonischer Antiheld, doch bei genauerem Blick ist er alles andere als bewundernswert. Sein Leben dreht sich um Macht, Geld und Status, während Freundschaft, Familie und Liebe konsequent hinter seinen egoistischen Ambitionen zurückbleiben. Er verrät seinen engsten Freund, gefährdet seine Schwester und ignoriert seine Frau, alles zugunsten seines Aufstiegs im Drogenimperium. Selbst nach scheinbar erreichtem Erfolg bleibt er unglücklich und isoliert, ein klares Statement des Films: Der amerikanische Traum, den Montana verfolgt, kostet ihn alles, was wirklich zählt. Besonders deutlich wird das im Finale, in dem er von Feinden überrannt wird, allein und verzweifelt. Viele feiern Tony als Symbol für Durchsetzungsvermögen oder Rebellion, doch er zeigt die Kehrseite von Gier und Machtstreben: ein Leben voller Verlust, Einsamkeit und moralischer Verwerflichkeit. 

Auch Sophie Sheridan legt teilweise problematisches Verhalten an den Tag.
Quelle: IMAGO / Allstar

#4 Sophie Sheridan: „Mamma Mia!“ (2008)

Sophie Sheridan wirkt auf den ersten Blick als liebenswerte, junge Frau auf der Suche nach ihrer Identität,doch ihr Verhalten ist bei genauerem Hinsehen ziemlich problematisch. Sie lädt ohne Absprache die drei Ex-Liebhaber ihrer Mutter zu deren Hotel ein, kurz vor der Hochzeit, nur um herauszufinden, wer ihr biologischer Vater ist. Damit setzt sie nicht nur ihre Mutter unter extremen emotionalen Druck, sondern manipuliert auch die Männer in ein kompliziertes und unangenehmes Szenario. Als die Hochzeit schließlich abgesagt wird, entscheidet sich Sophie, die ganze Situation hinter sich zu lassen und um die Welt zu reisen, ohne Rücksicht auf die emotionalen und finanziellen Aufwendungen anderer, die sich auf die Feier eigentlich gefreut haben.

Tyler Durden ist ein extrem manipulativer Charakter.
Quelle: IMAGO / Allstar

#5 Tyler Durden: „Fight Club“ (1999)

Tyler Durden aus „Fight Club“ wird oft als rebellischer Antiheld gefeiert, doch sein Verhalten ist alles andere als vorbildlich. Er manipuliert nicht nur die Hauptfigur, sondern zerstört gezielt das Leben anderer, um seine anarchistischen Ideale durchzusetzen. Tyler gründet den Fight Club und später die Chaosorganisation „Project Mayhem“, wobei er Regeln aufstellt, die blinde Gefolgschaft und Gewalt verlangen. Menschen werden zu Werkzeugen für seine radikalen Pläne, ohne dass deren persönliches Wohlergehen eine Rolle spielt. Dabei zeigt er keinerlei Verantwortungsbewusstsein und setzt Freunde und Unbeteiligte erheblichen Risiken aus. Aus heutiger Perspektive wirkt sein Charme und seine Coolness stark überbewertet, denn hinter der Fassade verbirgt sich ein manipulativer und destruktiver Charakter, der Chaos und Schmerz verursacht. Selbst wenn der Film Tyler als Symbol für Freiheitsdrang darstellt, zeigt er gleichzeitig, wie zerstörerisch seine Ideologie für ihn selbst und sein Umfeld ist.

Das Phantom aus „Das Phantom der Oper“ wird oft romantischer dargestellt, als er eigentlich ist.
Quelle: IMAGO / United Archives

#6 Das Phantom: „Das Phantom der Oper“ (2004)

Das Phantom aus „Das Phantom der Oper“ wird oft als mysteriöser, romantischer Held dargestellt, doch bei genauerem Hinsehen ist er extrem schwierig. Er isoliert Christine und manipuliert sie emotional, zwingt sie, Zeit mit ihm zu verbringen, und kontrolliert ihr Leben durch Angst und Einschüchterung. Er entführt sie und droht, Gewalt anzuwenden, um seine eigenen Wünsche durchzusetzen. Liebe auf Zwang ist jedoch keine Liebe, und seine obsessive Fixierung auf Christine überschreitet wirklich Grenzen. Gleichzeitig täuscht er die Menschen um sich herum und lässt sie in einer Welt aus Drohungen leben. Seine Handlungen zeigen eindeutig psychische Gewalt, Kontrollzwang und Besessenheit. Aus heutiger Sicht fällt es schwer, ihn als romantische Figur zu sehen, denn seine Taten überschreiten moralische Grenzen und lassen deutlich erkennen, dass er Christine niemals gleichberechtigt behandelt hat. 

Maui aus „Vaiana“ ist ein sehr egoistischer Charakter.
Quelle: IMAGO / Picturelux

#7 Maui: „Vaiana“ (2016)

Maui aus Disney‘s „Vaiana“ wird oft als charmanter Halbgott gefeiert, doch seine Taten sind alles andere als heldenhaft. Er stiehlt das Herz der Inselgöttin aus egoistischen Gründen und bringt dadurch die ganze Welt ins Verderben: Pflanzen sterben, Tiere leiden und Menschen sind in Gefahr. Dabei denkt er hauptsächlich an seinen eigenen Ruhm und seine Macht, nicht an die Konsequenzen für andere. Mehrfach setzt er Vaiana in lebensbedrohliche Situationen und versucht sogar, ein Kind zu ermorden, um seine Ziele zu erreichen. Hinter seinem Humor und seiner Selbstverliebtheit versteckt sich ein manipulatives und egozentrisches Verhalten. Erst spät zeigt Maui Einsicht, doch das ändert nichts an den Schäden, die er angerichtet hat.

Auch unser geliebter Dumbledore verhält sich aus heutiger Sicht ziemlich toxisch.
Quelle: IMAGO / Ronald Grant

#8 Professor Dumbledore: „Harry Potter“

Albus Dumbledore aus „Harry Potter“ wird oft als weiser Mentor gefeiert, doch seine Methoden sind hochproblematisch. Er manipuliert Menschen und sogar Kinder systematisch, vor allem Harry. Er schickt ihn immer wieder in gefährliche Situationen, teilweise sogar zu den grausamen Dudleys, alles im Namen des „höheren Wohls“. Dabei hält er wichtige Informationen zurück und entscheidet, dass Harry und seine Freunde selbstständig Lösungen finden sollen, obwohl der Orden des Phönix viel helfen könnte. Dumbledore weiß genau, wie Severus Snape seine Schüler behandelt, unternimmt aber nichts, solange Snape für seine Pläne nützlich bleibt. 

Das Verhalten von  Jordan Belfort in „The Wolf Of Wall Street“ wird von vielen Seiten kritisiert.
Quelle: IMAGO / Mary Evans

#9 Jordan Belfort: „The Wolf Of Wall Street“ (2013)

Jordan Belfort aus „The Wolf of Wall Street“ ist der Inbegriff von Gier und Exzess. Leonardo DiCaprio spielt ihn als charmanten, selbstbewussten Börsenmakler, doch hinter der Fassade ist ein Mann, der skrupellos Menschen manipuliert und betrogen hat. Er lebt für Geld, Macht und Status, ohne Rücksicht auf Moral oder die Konsequenzen seines Handelns. Mitarbeiter*innen, Kund*innen und Freunde werden gnadenlos ausgenutzt, nur um seinen Lebensstil zu finanzieren. Belforts Verhältnis zu Frauen ist problematisch: Beziehungen sind geprägt von Egoismus, Manipulation und fehlender Empathie. Selbst als seine illegalen Machenschaften auffliegen, zeigt er wenig Reue und versucht, sich aus Schwierigkeiten herauszuwinden. „The Wolf of Wall Street“ stellt seine Welt als glamourös dar, doch eigentlich ist er toxischer Charakter, der bereit ist, alles und jeden zu opfern, nur um seine Gier zu befriedigen. 

Edward Cullen ist nicht der Romantiker, für den ihn viele Fans halten.
Quelle: IMAGO / EntertainmentPictures

#10 Edward Cullen: „Twilight” (2008)

Edward Cullen aus „Twilight“ wird oft als romantischer Vampir dargestellt, doch eigentlich ist er alles andere als unproblematisch. Er überwacht Bella obsessiv, kontrolliert ihr Leben und zeigt immer wieder manipulative Tendenzen, die in einer realen Beziehung alarmierend wären. Edward verherrlicht Macht über Situationen und setzt seinen übermenschlichen Status gezielt ein, um Einfluss zu nehmen. Die Filmsaga inszeniert seine Handlungen als Ausdruck von Liebe, während sie in Wirklichkeit aber extrem viele Grenzen überschreiten. Selbst in Momenten, in denen er vermeintlich rücksichtsvoll ist, stecken oft andere Motive dahinter. 

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