Heilstätten: Wie viel Wahrheit steckt hinter dem Film?

Der deutsche Horrorfilm Heilstätten bereitet vielen Gänsehaut. Fans fragen sich deshalb, wie viel Wahrheit hinter der Geschichte um das Horrorhaus steckt

Das Gebäude der Heilstätte-Beelitz
Quelle: Image Images/ Panthermedia

Heilstätten-Beelitz: Die wahre Geschichte hinter dem Horrorfilm

Wer hätte Angst? Wie viel Wahrheit steckt hinter dem Horrorfilm "Heilstätten"? In der Filmhandlung geht eine Gruppe Youtuber dem angeblichen Spuk eines längst verlassenen Krankenhaus nach. Sie wollen herausfinden, ob die Legende um die verfallene Ruine wirklich stimmt. 2018 erscheint der deutsche Horrorfilm erstmals in den Kinos, wo Youtube-Star Nilam Farooq zu den Hauptdarstellern zählt. 

Dem eigentlichen Horrorgebäude, das sich seit Langem in Privatbesitz befindet (weswegen der Film auch nicht direkt dort gedreht wurde) rangen sich viele Legenden und düstere Geschichten von brutalen Menschenversuchen und zahlreichen Todesfällen. Kein Wunder also, dass das verlassene Krankenhaus zahlreiche "Ghosthunter"-Touristen anzieht, die dort nach paranormalen Aktivitäten suchen. 

Nilam Farooq und der Rest des Casts zum Film Heilstätten
Quelle: Imago Images/ Future Image

Der Grusel-Schocker mit Nilam Farooq, Emilio Sakraya und Trinni Trinks heizt die Legenden um die Horror-Klinik weiter an: Die Youtuber im Horrorfilm gehen seltsamen paranormalen Erscheinungen auf die Spur - Von diesen soll es dort angeblich nur so wimmeln!

Kein Wunder also, dass das berühmte Grusel-Gelände zum Mittelpunkt des Horrorschockers wurde. 

Wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter den Mythen um die Heilstätten von Beelitz? 

Ein historisches Bild der Heilstätten von Beelitz
Quelle: Imago Images/ Arkivi

Entstehung der Heilstätten

Tuberkulose gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer weit verbreiteten Krankheit, die in Deutschland zur Entstehung von vielen Heilstätten führte. Medikamente wie Antibiotika waren entweder noch nicht erfunden oder schwer zugänglich. Die Heilstätten dienten dazu, Kranke von dieser Krankheit genesen zu lassen und sie gleichzeitig von der Bevölkerung fern zu halten. In Beelitz, südlich von Berlin steht der große Heilstätten-Komplex, das speziell für Lungenkrankheiten errichtet wurde und jetzt zum Mittelpunkt von zahlreichen Horrorgeschichten wurde. 

Im ersten und zweiten Weltkrieg wurden die Heilstätten von Beelitz auch als Lazarette (Krankenhäuser) genutzt, wo Soldaten behandelt wurden. Zu ihren berühmtesten Patienten gehörten Adolf Hitler und Erich Honecker. Ab 1945 übernahm die Sowjetische Armee die Leitung über das Hospitz und dieses wurde bis 1994 zum größten ausländischen Militärhospital der Russen umfunktioniert. 

Im Inneren der Ruinen der Beelitzer Heilstätten
Quelle: Imago Images/ POP-EYE

Viele der Mythen um Todesfälle und menschenverachtende Experimente entstanden zu dieser Zeit, doch keine der Legenden konnte tatsächlich nachgewiesen werden.

Was passierte, nachdem die Russen abgezogen sind? 

Nach Abzug der Russen verfiel das Gebäude nach und nach und verwandelte sich in eine verwilderte Ruine. Die gruselige Atmosphäre, die den verlassenen Gebäudekomplex umgibt, lockt seitdem viele "Geisterjäger" und Grusel-Touristen an. Das Betreten des privaten Geländes steht jedoch unter Strafe. Mehrere belegte Todesfälle um die Heilstätten feuerten jedoch die Mythen und Legenden weiter an, sodass die Heilstätten jetzt zu einem der berühmtesten Anlaufpunkte für mystische und übernatürliche Begegnungen geworden ist. 

Ein Schild mit der Aufschrift Beelitz Heilstätten
Quelle: Imago Images/ Steinach

Auch wenn sich bis heute Mythen und Legenden um die verlassenen Heilstätten ranken, so konnten Geisterjäger bislang keine Belege oder Beweise für paranormale Erscheinungen auf dem Gelände vorzeigen. Geister von verstorbenen Patienten sucht man hier wohl vergeblich. Reale Todesfälle im Spukkrankenhaus waren der Auslöser für die Legenden, die das Interesse von zahlreichen Fotoshootings und Filmprojekten ins Leben riefen. 

Der Dreh des Horrorfilms "Heilstätten" wurde jedoch auf dem Gelände selbst verboten: Besitzer fürchteten einen erneuten Ansturm von Horrorfans auf ihr Grundstück. Verständlich, denn das Betreten der Ruine ist nicht nur unnötig, sondern aufgrund der Einsturzgefahr auch gefährlich. Um das Horror-Image loszuwerden, sollen auf dem Gelände des Heilstätten-Komplexes Gewerbegebäude und Wohnanlagen entstehen - und das in den nächsten 10 Jahren!