Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen

Dadurch wird das Anschauen nur noch emotionaler

Schauen wir Filme an, die auf Geschichten basieren, die nicht etwa ein Drehbuchautor, sondern das Leben selbst geschrieben hat, nehmen wir sie emotional meist ganz anders wahr als solche, die auf reiner Fiktion basieren. Ein bisschen fühlt es sich dann an, als hätten wir ein Stückchen Nähe zu einem völlig fremden Schicksal geschaffen – und das innerhalb von nur rund 90 Minuten. Kein Wunder also, dass uns Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, so sehr faszinieren. Die berühmtesten haben wir auf den folgenden Seiten für dich gesammelt: 

#1: "Sieben Jahre in Tibet"

Der Spielfilm von Jean-Jacques Annaud aus dem Jahr 1997 basiert auf dem gleichnamigen Buch des österreichischen Bergsteigers Heinrich Harrers, der nach einer gescheiterten Himalaya-Expedition über seinen Aufenthalt in Tibet berichtet. Harrer, der im Film von Brad Pitt dargestellt wird, lernt dort den jungen Dalai Lama kennen, während sein eigener Sohn in der Heimat ihm den Kontakt verwehrt. 

Auch nach seiner Rückkehr aus Tibet bestieg Harrer noch einige der höchsten Gipfel der Welt. Er verstarb im Januar 2006 im Alter von 93 Jahren in seiner Heimat Kärnten. 

#2: "Ziemlich beste Freunde"

Der französische Film der Regisseure Olivier Nakache und Éric Toledano aus dem Jahr 2011 war ein weltweiter Erfolg, in Frankreich galt er sogar als erfolgreichste inländische Produktion des Jahres. Er basiert auf der Autobiographie "Le Second Souffle" von Philippe Pozzo di Borgo, einem ehemaligen französischen Unternehmer, der seit Juni 1993 aufgrund eines Paragliding-Absturz querschnittsgelähmt ist. Sein Pfleger Abdel Sellou schenkte ihm dank unkonventioneller Methoden und seiner lebenslustigen Einstellung neuen Mut.

Im Film werden die beiden porträtiert von den französischen Erfolgsschauspielern François Cluzet und Omar Sy. 

#3: "Erin Brockovich"

Der Film aus dem Jahr 2000 begleitet die alleinerziehende Mutter, Umweltaktivistin und Rechtsanwaltsgehilfin Erin Brockovich in ihrem beharrlichen Kampf gegen ein Unternehmen, das einen Umweltskandal verschuldet und diesen vertuschen will. Die durch den Film ausgelöste mediale Aufmerksamkeit konnte Brockovich für sich nutzen: Sie trat in der Folge in mehreren TV-Formaten auf und schrieb einige erfolgreiche Bücher.

Für ihre Darstellung der Erin Brockovich gewann Schauspielerin Julia Roberts einen Oscar in der Kategorie "Beste Hauptdarstellerin".

#4: "8 Mile"

Der US-amerikanische Film aus dem Jahr 2002 gilt nicht als vollständig autobiographisch anerkannt, jedoch porträtiert er in weiten Zügen das Leben von Eminem, der im Film auch selbst die Hauptrolle spielt: Als weißer Rapper Jimmy Smith Jr. alias "Rabbit" versucht er seinen Aufstieg aus der Vorstadthölle Detroits ins Hip-Hop-Business. 

Für den Film-Song "Lose Yourself" gab es den Oscar in der Kategorie bester "Original Song".

#5: "The Wolf of Wall Street"

Die US-amerikanische Filmbiografie von 2013 mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des ehemaligen Börsenmaklers Jordan Belfort, der Ende der 80er Jahre Millionen an der Börse machte, im Jahr 1998 aber wegen Verwicklung in Wertpapierbetrug und Geldwäsche zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Die Verfilmung unter Martin Scorsese war ein weltweiter Erfolg und war in gleich fünf Kategorien für den Oscar nominiert. 

Im echten Leben ist Belfort heute übrigens im kalifornischen Manhattan Beach wohnhaft. Er arbeitet als Unternehmensberater und Motivationstrainer. 

#6: "Patch Adams"

Die Tragikomödie aus dem Jahr 1998 mit Robin Williams in der Hauptrolle basiert auf dem Leben und Wirken des Arztes Hunter Doherty "Patch" Adams, der auch als Sozialaktivist und Profi-Clown tätig ist. Er glaubt an die starke Verbindung zwischen Umwelt und Gesundheit und an die Kombination aus traditioneller Medizin und alternativen Heilmethoden. 

Ein Jahr nach seinem Erscheinen wurde der Film bei den Golden Globe für die Kategorie "beste Komödie" nominiert.

#7: "The King's speech"

Die britische Filmbiografie zeigt Colin Firth in der Rolle des britischen König Georg VI., der sein Stottern und die dadurch ausgelöste Nervosität bekämpfen muss und dafür Hilfe beim unkonventionellen Sprachtherapeuten und Gelegenheitsschauspieler Lionel Logue sucht. 

Der Film war ein weltweiter Erfolg und gewann zahlreiche Preise, darunter vier Oscars. Drehbuchautor hatte die biographische Geschichte im Vorfeld jahrelang recherchiert und die Arbeiten nur auf Wunsch von Königinmutter Elisabeth zu ihren Lebzeiten gestoppt. 

#8: "Die Entdeckung der Unendlichkeit"

Der britische Film von 2014 porträtiert das Leben des Physikers Stephen Hawking sowie seine Liebe zu Ehefrau Jane Hawking. Hawking, der im Film von Eddie Redmayne dargestellt wird, lieferte bedeutende Arbeiten zur Kosmologie, zur allgemeinen Relativitätstheorie sowie zum Phänomen der Schwarzen Löcher.

Der Brite, der an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) litt, einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems, die ihn an einen Rollstuhl mit Sprachcomputer fesselte, verstarb im Jahr 2018 im Alter von 76 Jahren. 

#9: "Almost Famous"

Der Film von Cameron Crowe überspitzt dessen Leben im Teenager-Alter; Crowe schrieb damals für die Musikzeitschrift "Rolling Stone", für dessen Titelgeschichte er die Band "Allman Brothers" (im Film "Stillwater") begleitete.

Die Persönlichkeit der Mutter, die Hochbegabung des damals 15-Jährigen sowie viele weitere Parallelen sind auch im Erfolgs-Film zu finden. 

#10: "Friendship!"

Der deutsche Spielfilm mit Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke, die als die beiden Freunde Veit und Tom nach dem Mauerfall in die USA reisen, war der erfolgreichste deutsche Film 2010.

Was viele nicht wissen: Produzent und Ost-Berliner Tom Zick erlebte dieses Abenteuer tatsächlich, als er mit seinem Freund nach New York reiste und aus Geldnot trampen und sich mit mangelhaften Englischkenntnissen sowie einem Job im Stripclub über Wasser halten musste.